Foto: Martin Črep 
Martin Porubjak

Martin Porubjak ist 1944 in Bratislava geboren. Hier studierte er Theaterwissenschaft an der Hochschule für Musik und Darstellende Kunst, an der er dann von 1966 bis 1969 als Assistent tätig war. 1968 war er Mitbegründer des Theaters am Korso in Bratislava, an dem er bis zu dessen Auflösung aus politischen Gründen (1971) als Dramaturg arbeitete. Im gleichen Jahr wurde er aus dem Theaterverband ausgeschlossen, was einem Berufsverbot gleichkam. Sein erstes Stück, „Goldoniada", konnte nur unter dem Namen eines Freundes erscheinen, wurde aber an vielen Theatern der damaligen ÈSSR gespielt. Später entstanden ein weiteres Stück („Wie Sancho Pansa weise wurde"), eine Bühnenadaption von Kafkas „Prozess", sowie Drehbücher für Film und Fernsehen.

Zwischenzeitlich war er als Wissenschaftler tätig. Er veröffentlichte theoretische und historische Studien und übersetzte vor allem aus dem Deutschen. Ab 1983 (bis 1990) arbeitete er als Dramaturg am Theater SNP in Martin. Hier begann er auch Regie zu führen. Martin Porubjak wirkt als Regisseur und Dramaturg am Slowakischen Nationaltheater in Bratislava und seit neuestem als Dramaturg auch am Nationaltheater in Brno (Tschechische Republik). In den letzten Jahren war er ständiger Gastregisseur am Nationaltheater in Prag und hat dort in diesem Frühjahr Turrinis „Josef und Maria“ inszeniert. 1999 hat er erstmals Fernseh-Regie geführt und sein Script „Leb wohl, Judas" (nach Iredynski) verfilmt.

Porubjak lehrt als Professor an der Theaterakademie in Bratislava und schreibt regelmäßig für die beiden größten Tageszeitungen der Slowakei, „SME“ und „Pravda“ sowie Essays für die tschechische Theaterzeitschrift „Svet a Divadlo“ (Welt und Theater).

Paten

NEUE STÜCKE AUS EUROPA basiert auf einem Netzwerk sogenannter Paten. Dies sind renommierte Dramatiker aus 41 Ländern Europas, darunter Biljana Srbljanović (Serbien), Özen Yula (Türkei) und Bernhard Studlar (Österreich). Sie schlagen der Künstlerischen Leitung neue Theatertexte und aufregende Inszenierungen vor und geben Auskunft über aktuelle Theaterereignisse in ihrem Land. Ihre Tipps und Einschätzungen garantieren, dass die Stücke, die beim Festival in Wiesbaden und Mainz gezeigt werden, auch in ihrem Heimatland eine Relevanz haben.

Albanien Stefan Çapaliku | Belgien Paul Pourveur | Bosnien/Herzegowina Almir Imširević | Bulgarien Hristo Boytchev | Deutschland Tankred Dorst | Dänemark Jokum Rohde | Estland Mart Kivastik | Finnland Laura Ruohonen | Frankreich Noëlle Renaude | Griechenland Petros Markaris | Großbritannien Mark Ravenhill | Irland Gina Moxley | Island Hávar Sigurjónsson | Italien Edoardo Erba | Kosovo Jeton Neziraj | Kroatien Tena Štivičić | Lettland Mārā Zalīte | Litauen Marius Ivaškevičius | Luxemburg Nico Helminger | Mazedonien Goran Stefanovski | Moldawien Constantin Cheianu | Montenegro Radmila Vojvodić | Niederlande Judith Herzberg | Norwegen Øyvind Berg | Österreich Bernhard Studlar | Polen Malgorzata Sikorska-Miszczuk | Portugal Vera San Payo | Rumänien Gianina Carbunariu | Russland Mikhail Durnenkow | Schweden Sofia Fredén | Schweiz Lukas Bärfuss | Serbien Biljana Srbljanović | Slowakei Martin Porubjak | Slowenien Simona Semenič | Spanien Carles Batlle | Tschechische Republik Arnošt Goldflam | Türkei Özen Yula | Ukraine Neda Neschdana | Ungarn Ákos Németh | Weißrussland Andrej Kurejtschik | Zypern Antonis Georgiou |

Foto: Martin KaufholdMark Ravenhill (GB)
Mark Ravenhill (GB)
Foto: Martin KaufholdBiljana Srbljanovic
Biljana Srbljanović (SRB)
Foto: Lena ObstLukas Bärfuss (CH)
Lukas Bärfuss (CH)
Foto: Martin KaufholdPetros Markaris (GR)
Petros Markaris (GR)