Ákos Németh ist ein „reiner“ Theaterautor; er schreibt nur Stücke, hat sich aber schon seit einiger Zeit auch als Regisseur der Bühne zugewandt. Deshalb hat der 1964 in Székesfehérvar Geborene nach seinem Abschluss in Literaturgeschichte an der Universität Budapest einen Meisterkurs für Regie an der Film- und Schauspielakademie der ungarischen Hauptstadt absolviert.
Während des Studiums, mit 22, verfasste er sein Debütwerk, „Lili Hofberg“, das 1990 an der Kammerbühne des Madách Theaters in Budapest herauskam. Seinen Durchbruch hatte er mit „Müllers Tänzer“, 1992 im Katona-József-Theater in Budapest uraufgeführt. „Julia und ihr Leutnant“ wurde erstmals 1993 in Miskolc gezeigt und 1994 vom Ungarischen Fernsehen verfilmt. Sein jüngstes Stück, „Autodiebe“, ist eine Komödie, die zuerst in Ungarn und Rumänien, danach in Großbritannien (in Birmingham) gespielt und am National Theatre in London in einer Lesung vorgestellt wurde. Seine Stücktexte hat die ungarische Theaterzeitschrift „Szinház“ kontinuierlich publiziert.
Als Regisseur hat Akós Németh u.a. Roland Schimmelpfennigs „Push up 1-3“ und mit einem von ihm gegründeten Schauspieler-Ensemble eine vielgerühmte Inszenierung von „Tristan und Isolde“ (in seiner Bearbeitung nach Joseph Bédier u.a.) herausgebracht. Mit dieser Gruppe „Art Plaza“ plant er eine Produktion von Ravenhills „Gestochen scharfe Polaroids“, und in diesem Frühjahr hat er am Kammertheater in Budapest eine Theaterversion des Films „Trainspotting“ inszeniert.
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